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Spielecafé der Generationen gewinnt den Sonderpreis "start social"

Das Team vom Spielecafé der Generationen hat am 22. Oktober 2020 den Sonderpreis "start social" von Bundeskanzlerin Angela Merkel erhalten. Ein Tag der besonderen Ehre für ehrenamtliches, soziales Engagement und vor allem für das Kulturgut Spiel, besonders für das Brettspiel.

Logo Spielecafe der Generationen

Logo Spielecafe der Generationen

Wenn ehrenamtliches Engagement zumeist sehr leise und selbstlos erfolgt, so musste am 22. Oktober 2020 lauft gefeiert werden, besonders in Pfarrkirchen, im tiefsten Bayern, Landkreis Rottal-Inn. Seit drei Jahren baut das Team um Petra Fuchs das Spielecafé der Generationen "Jung und Alt spielt" als soziales Projekt in ihrer Region auf (s. Foto). Jetzt ist das Spielcafé mit dem Sonderpreis des Deutschen Engagement-Preises "Start Social" ausgezeichnet worden, für den die Kanzlerin die Schirmherrschaft übernommen hat. Glückwunsch!


Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel feststellt: "Gesellschaftsspiele sind weit mehr als bloßer Zeitvertreib." (Min. 0:54). Gemeinsam zu spielen, festigt den familären und gesellschaftlichen Zusammenhalt, zwischen jung und alt, zwischen Menschen mit oder ohne Behinderung, zwischen Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund.

Die Kanzlerin betonte die Sinnhaftigkeit familienfreundlicher, Kultur schaffender Brettspiele: "In den letzten Monaten haben wir besonders gespürt, wie viel uns menschliche Nähe bedeutet. Und was es heißt, wenn wir diese Nähe vermissen." Viele Veranstaltungen fielen aus, im Lockdown kam das komplette öffentliche Leben fast zum Erliegen. Zwar sind Kontakte seit Sommer wieder in begrenztem Rahmen möglich, "aber von unserem einstmals gewohnten Alltag sind wir noch ein gutes Stück entfernt", stellte die Kanzlerin ernüchert fest. "Viele Menschen besinnen sich in dieser Zeit verstärkt auf Freunde und Verwandte, rufen alte Bekannte wieder mal an oder finden zurück zu klassischen Formen der Geselligkeit wie zum Beispiel dem Brettspiel. Gesellschaftsspiele sind weit mehr als bloßer Zeitvertreib."

Wegen der Corona-Pandemie konnte die Preisverleihung nicht, wie üblich, im Bundeskanzler(innen)amt durchgeführt werden.

Menschen spielen haupftsächlich Brettspiele, weil diese Freude bereiten. Die Herausfordungen des Spiels holen uns aus dem Alltag heraus, eröffnen einen neuen Erfahrungsraum, vielleicht lieben wir es auch einfach nur mal, anders sein zu dürfen, als in den üblichen gesellschaftlichen Rollen. Oder wir lernen die Charaktereigenschaften unseres Mitspielers im Spiel (Gesellschaftsspiel) viel schneller und intensiver kennen, als in langen Gesprächen. Spiele schulen das logische, taktische und strategische Denken. Einige der Spielerfahrungen können wir, wenn nötig, in den Alltag mitnehmen. Es ist Lernen auf Vorrat und es sorgt für Optimismus, dass wir Herausforderungen meistern können. Es eröffnet uns Einsichten, unser eigenes Verhalten vielleicht der Situation passender variabel zu gestalten.

Brettspiele werden heutzutage von Autoren oder Autorenteams gemeinschaftlich entwickelt. Es erscheinen im deutschen Sprachraum jährlich mehr als 1.400 Neuscheinungen. Diese Kulturgüter, zumeist liebevoll gestaltet, werden bis heute leider nicht in der Deutschen Nationalbibliothek gesammelt und als Lehr- und Forschungssammlung aufbereitet. Vielleicht tut sich bei diesem Thema ja jetzt etwas politisch, wenn die Brettspiele nun im Kanzleramt eine solche Beachtung gefunden haben. Petra Fuchs hat mit ihrem Team diesen Preis heute gewonnen und gleichzeiig hat sie dem Kulturgut Spiel zu der Beachtung verholfen, die es verdient hat.

Link zum Blogbeitrag auf "Jung und Alt spielt" mit mehr und detaillierteren Infos.