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Malerei in der Grabkammer der Nefertari
Ägyptisches Brettspiel "Senet" ca. 3000 v.Chr. als Malerei in der Grabkammer der Nefertari
Uhren-Spiel von 1811 zur moralischen Erziehung
Uhren-Spiel von 1811 zur moralischen Erziehung
Mensch ärgere Dich nicht!
Das aus dem alten indischen Brettspiel Pachisi 1914 in Deutschland entwickelte "Mensch ärgere Dich nicht!"
Die Siedler von Catan - ein moderner Brettspiel-Klassiker
Die Siedler von Catan - ein moderner Brettspiel-Klassiker von Klaus Teuber aus dem Jahre 1995
SpielBox - Fachzeitschrift, erstes Heft 1981
SpielBox - Fachzeitschrift für Brett- und Gesellschaftsspiele, erste Ausgabe 1981 (Nr. 4 als erstes Heft, damit ist das 4. Quartal für die Großhändler angezeigt, die es in ihr Regal für das Weihnachtsgeschäft stecken sollten). 2. Auflage 1984 mit komplett veränderten Anzeigen, z.B. S. 5, von Commodore Computer. Herausgeber: Courir Druck und Verlagsgesellschaft mbH, später argo Verlag, 100%-Tochterunternehmen der SPD im Hause des Vorwärts-Verlages, Bonn
Internationale Spieltage SPIEL in Essen
Viel- und Gelegenheitsspieler von Brettspielen treffen sich seit 1983 jährlich im Herbst auf dem Messegelände in der Stadt Essen zur SPIEL
Logos Spieleverlage
Mitglieder des Spieleverlage e.V. - Die größten Brettspiel-Produzenten in Deutschland
Logo Spiel des Jahres e.V.
Erkennungszeichen für den Kritikerpreis "Spiel des Jahres" (seit 1979)
Logo Spiele-Autoren-Zunft e.V.
Die Spiele-Autoren-Zunft ist seit 1991 ein Zusammenschluss von ca. 400 Spieleautoren, die sich gegenseitig unterstützen und austauschen, das Kulturgut Spiel fördern möchten und die Interessen der Autoren gegenüber den Verlagen vertreten
Logo Europäische Spielesammler Gilde e.V.
Die Europäische Spielesammler Gilde e.V. wurde im Jahre 2000 gegründet. Brettspielsammler haben sich in diesem Verein zusammengeschlossen, um das Kulturgut Spiel zu pflegen und für einen Austausch untereinander zu sorgen
Brettspielforum
Online-Treffpunkt für Brettspielexperten, Viel- und Gelegenheitsspieler: Brettspiel-Forum
Logo spielen.de - Brettspiele, Gesellschaftsspiele
Brettspieldatenbank mit über 25.000 Spieltiteln, Beschreibungen, Bewertungen sowie sortiert und durchsuchbar nach Spielkategorien, Spielthemen und Spielverlagen inklusive Spieleautoren und Spieleillustratoren

Brettspiele

Das Brettspiel gehört zu der Kategorie der Gesellschaftsspiele. Ein besonderes Merkmal des Brettspiels ist ein Spielplan oder -brett, auf denen die Spieler mit Figuren, Steinen oder anderen Materialien agieren können. Ein Brettspiel muss dabei nicht zwangsläufig aus einem Stück sein. Es kann sich auch aus mehreren Teilen zusammensetzen und bei jeder Partie neu angeordnet werden - wie zum Beispiel bei dem Spiel „Die Siedler von Catan“. Wie sehr das eigentliche Spielbrett im Vordergrund des Spielgeschehen steht, ist bei jedem Brettspiel anders. So gibt es Brettspiele, bei denen viel gewürfelt wird oder andere, die sich an der Grenze zum Legespiel befinden. Häufig stellt das Brett dann nur noch eine angepasste Punktetabelle dar.

Brettspiele als "Mutter aller Regelspiele"

Brettspiele werden schon seit Tausenden von Jahren gespielt. Bei den ersten Brettspielen wurde einfach ein Spielplan in den Sand gezeichnet und als Spielsteine nahm man kleine Stöcker, Steine oder Muscheln. Hierbei ist gut zu erkennen, dass dem Brettspiel nicht immer ein eigentliches „Brett“ zugrunde liegt, um als Brettspiel deklariert zu werden. Als eines der ältesten, bekannten Brettspiele gilt das „Königliche Spiel von Ur“, welches bei Ausgrabungen im heutigen Irak (früher Mesopotamien) gefunden wurde. Das „Königliche Spiel von Ur“ wird dabei auf die Zeit von ca. 2600 v. Chr. datiert. Archäologen und Schriftgelehrte fanden jedoch auch schon in älteren Schriften und Aufzeichnungen von früheren Kulturen Hinweise auf Brettspiele. Passende Überreste von einem Brettspiel wurden bisher aber noch nicht gefunden.

Ein weiteres Brettspiel, welches auf die Jahre um 3000 v. Chr. beziffert werden kann, ist Senet. Sein Ursprung hat es im alten Ägypten und erfreute sich dort besonderer Popularität bei der Oberschicht. Selbst bei den Ausgrabungen des Grabes von Tutanchamun wurden Senet-Spielesets zum Beispiel aus Elfenbein gefunden. Senet ähnelt dabei den Brettspiel-Klassikern Backgammon und “Mensch ärgere dich nicht”.

Einige Brettspiele sind zu echten Klassikern herangewachsen und dürfen in keinem Wohnzimmer fehlen. Da gibt es zum einen die alten Brettspiel-Klassiker wie Schach, Dame, Halma, Mühle oder Backgammon, welche sich alle schon weit vor dem 20. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuen durften. Und zum anderen die modernen Klassiker wie Monopoly, Scrabble, die Siedler von Catan oder Tabu. Die Liste könnte hierzu noch beinahe endlos weiter fortgeführt werden: In der Brettspieldatenbank von spielen.de sind über 25.000 Brett- und Gesellschaftsspiele enthalten.

Die Brettspieler als Zielgruppe

Die Zielgruppe hat sich in den Jahren von dem Beginn an von Spielen bis heute sehr geändert. Wie bereits erwähnt, waren Brettspiele überwiegend der Oberschicht vorbehalten, auch noch im Mittelalter erfreuten sich vor allem Könige, Adlige und andere Mitglieder der gutbetuchten Gesellschaft an ihnen. Wäre man jetzt beim Kartenspiel, würde man sagen: „Das Blatt hat sich gewendet“. Denn heute sind Brettspiele für jedermann zugänglich und auch erschwinglich. Da es eine Vielfalt an Brettspielen gibt, findet sich für jede Altersgruppe das richtige Spiel. Allein für den deutschen Markt werden jährlich ca. 1.500 neue Brettspiele hergestellt.

Die Vermutung, dass die digitalen Spiele (Computerspiele, Mobile Games) die Nutzung der Brettspiele zurückdrängen, kann mit den Absatzzahlen der Brettspielbranche der letzten 20 Jahre widerlegt werden (z.B. Umsatzwachstum der Ravensburger AG von 2006: 282 Mio EUR auf 2016: 474 Mio. EUR insgesamt, wo ein bedeutender Brettspielanteil enthalten ist und das Wachstum vor allem aus der Internationalisierung heraus entstanden sein wird).

Aus einer Befragung in Deutschland bei 1.000 Personen im Jahre 2015, Altersgruppe 16-29 Jahre, wurden folgende Spielarten genannt, die zumindest "gelegentlich" gespielt werden: Brettspiele 47%, PC und Laptop 50%, Spiele Apps 66%, Spielkonsolen 27%. Das gemeinsame Spiel im Freundeskreis als eine Form der digitalen Entgiftung (digital detox) und hat bisher nicht an Reiz verloren.

Brettspiele erleben

Über 100 lokale und regionale öffentliche Veranstaltungen zum Thema Brettspiele finden regelmäßig in Deutschland statt. Zwei international bedeutende Messen entwickelten sich in Deutschland in den Städten Nürnberg und Essen über die letzten Jahrzehnte.

Die Internationale Spielwarenmesse Nürnberg findet seit 1950 jährlich im Frühjahr (Anfang Februar) als weltgrößte Fachmesse der Spielwarenbranche statt, wobei Brett- und Gesellschaftsspiele ein Teil davon sind. Fachhändler besuchen die Messe, um sich über die Produktneuheiten zu informieren und Bestellungen bei den Spielzeugherstellern und Spieleverlagen zu tätigen. Für private Spielinteressierte ohen Gewerbeanmeldung ist ein Zutritt nicht gestattet. An den Messeständen wird nicht gespielt, es geht ausschließlich um Geschäftsabschlüsse.

Die seit 1981 in Bonn erscheinende Fachzeitschrift für Brett- und Gesellschaftsspiele "SpielBox" stellte bei ihrer Leserschaft fest, dass es ein Bedürfnis der Brettspieler gibt, sich treffen zu wollen, um die Neuerscheinungen der Verlage direkt spielen und kaufen zu können sowie das Bedürfnis der Verlage als Aussteller, ihr Produkte live im Einsatz bei Spielinteressierten sehen und erleben zu können. So fand 1983 und 1984 in der Volkshochschule Essen die SPIEL mit dem Motto "Komm, spiel mit!" statt und ab 1985 wurde dieser Spieletreff (anfänglich "Spielertage") zur richtigen, jährlichen Publikumsmesse in den Messehallen neben der Grugahalle. 2017 findet die SPIEL damit zum 35. Mal statt, seit 1986 organisiert vom Friedhelm Merz Verlag, Bonn.

Die Brettspielbranche

Anders als in der Branche der digitalen Spiele (Computer- und Videospiele), wo der Dachverband BIU gleichzeitig der Eigentümer und Organisator der eigenen Branchenmesse Gamescom in Köln ist, wirkt sich das Messegeschehen als Geschäftsmodell nicht auf positiv auf die Verbandsstruktur der Brettspielbranche aus.

Der Spieleverlage e.V. (bis 2014 "Fachgruppe SPIEL") versteht sich als Verbund der wichtigsten Spieleverlage in Deutschland. Der Verein unterstützt und fördert das Spielen, z.B. durch die kostenlose Ausleihe von Spielen bei Spiele-Events und Publikumsmessen. Er initiiert und fördert das Erschließen neuer Zielgruppen, z.B. durch den Aufbau und Betrieb einer Matching-App für Brettspielinteressierte: Twiddle. Die Geschäftsfühung dieses Vereins liegt in Personalunion bei der Geschäftsführung des DVSI.

Im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie e.V. (DVSI) sind neben den Brettspielverlagen die Spielwarenhersteller Mitglied, wie z.B. Lego, Schleich, Faller, Revell, Märklin, fischertechnik, Steiff.

Jury und Preise für Brettspiele

Der Verein "Spiel des Jahres e.V." verleiht die Auszeichnung "Spiel des Jahres" seit 1979 als Deutschen Kritikerpreis. Die Jury setzt sich aus Fachjournalisten und Spiele-Rezensenten zum Thema Brettspiel zusammen. Später kamen dann die Preisverleihungen "Kinderspiel des Jahres" (seit 2001) und "Kennerspiel des Jahres" (seit 2011) dazu. Die stilisierten Spielfiguren, Pöppel, in den Farben Rot, Blau und Grau gelten in der Branche als Qualitätssiegel und haben darüber hinaus eine große Massenwirkung. Die Spieleverlage, die das Logo der Preisverleihung auf ihre Pappschachtel drucken möchten, müssen dem Verein eine Lizenzgebühr bezahlen. Aus diesen Umsätzen finanziert der Verein seine Vereinsarbeit. Die Liste der Preisträger "Spiele des Jahres" ist inzwischen lang, hier die Auflistung und einen Blogartikel zum Verein auf spielen.de.

Vielspieler und Gelegenheitsspieler

Brettspielexperten sind nicht nur entsprechende Journalisten sondern vor allem Vielspieler, die regelmäßig in einem oder mehreren Spielkreisen alte und neue Spiele durchspielen. Sie kennen sich in der Szene und der Branche mit ihren zahlreichen, vielfältigen Produkten oft seit Jahren sehr gut aus. Brettspiele können ein sehr intensives und langlebiges Hobby sein. Diese Experten und Vielspieler treffen sich online im Brettspielforum. Dort tauschen sie sich aus, diskutieren über neue Entwicklungen in der Branche und vor allem über Neuerscheinungen sowie entsprechende Tipps und Tricks, die dann auch so manchem Gelegenheitsspieler auf die Sprünge helfen könnten. Das Brettspielforum ist kostenfrei nach einer einfachen Registrierung mit Nickname und eMail-Adresse nutzbar. Im Sommer 2017 waren dort fast 5.500 Spieler als Mitglieder aktiv, die 420.000 Beiträge zu 48.000 Themen verfasst haben.