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Institut für Ludologie übernimmt die Sammlung de Cassan

Österreichisches Spiele Museum übergibt seine Brettspielsammlung nach Deutschland

Pressemitteilung

Brett- und Kartenspiele als Grundlage der Spielwissenschaften

Österreichisches Spiele Museum wird Sammlung de Cassan in Altenburg

Brettspiele sind Kulturgut. Sie sind ein Spiegel der Zeit, in der sie erschienen sind und gespielt wurden. Spiele sind viel mehr als bloße Unterhaltung. Mit dieser Überzeugung sammelten Ferdinand und Dagmar de Cassan seit Jahrzehnten diese Spiele und betrieben das Österreichische Spiele Museum in der Nähe von Wien. Nach dem Tod von Ferdinand hat jetzt seine Frau Dagmar de Cassan für das Museum eine neue Heimat gesucht und gefunden.

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2019 übernimmt das Institut für Ludologie die Sammlung de Cassan und stellt diese mit ihren mehr als 30.000 Unikaten voraussichtlich dem Residenzschloss Altenburg zur Verfügung, wo schon die europäisch größte Spielkartensammlung und das Spielkartenmuseum beheimatet sind. Ein Kooperationsvertrag befindet sich dort in letzter Abstimmung. Damit entsteht die größte internationale Sammlung für Brett- und Kartenspiele in der Stadt, die über eine mehr als 500-jährige Tradition bei der Produktion von Spielkarten besitzt. Diese Sammlung und die damit verbundene, geplante Ansiedlung einer Außenstelle des Berliner Instituts für Ludologie in Altenburg bilden damit ein solides wissenschaftliches und museales Fundament für die vom Residenzschloss geplante und konzipierte zukünftige Spielewelt.

 

Professor Jens Junge, Direktor des Instituts für Ludologie: „Obwohl das Kulturgut Spiel inzwischen auf Bundesebene anerkannt ist, sammelt die Deutsche Nationalbibliothek leider keine Spiele. Dies überlässt sie kommunalen Einrichtungen und privaten Sammlern. Für eine adäquate wissenschaftliche Bearbeitung des Phänomens Spiel ist jedoch eine umfassende Erfassung und Auswertung des alten und aktuellen Spielangebots notwendig. Aus diesem Grund führt das Institut gerne die Sammlung de Cassan in Altenburg weiter. Darüber hinaus ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Spielearchiv der Stadt Nürnberg geplant. Wir sind dem Ehepaar de Cassan für ihr jahreslange Engagement im Sinne der Brettspiele sehr dankbar, dass sie uns für unsere Arbeit ihre Sammlung des Österreichischen Spiele Museums nach Deutschland übertragen haben.“

Dagmar de Cassan, Obfrau des Österreichischen Spiele Museums: „Über vier Jahrzehnte habe ich zusammen mit meinem verstorbenen Ehemann Ferdinand eine vom Umfang und der Qualität her einmalige internationale Sammlung von Brett- und Gesellschaftsspielen aufgebaut und das Österreichische Spiele Museum betrieben.  Ich bin sehr froh, dass der Bestand in seinem Gesamtumfang erhalten bleibt und jetzt in Deutschland wohl in Altenburg als Museum und Sammlung über das Institut für Ludologie im Residenzschloss unter fachkundiger Betreuung weitergeführt wird. Brettspiele führen Menschen zusammen, verleihen ihnen soziale und kognitive Kompetenzen, die in einer durch rasante Veränderungen geprägten Zeit an elementarer Bedeutung gewinnen.“

Wien und Berlin, 07.10.2019

 

Über das Residenzschloss Altenburg: Das Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg ist ein Teil des städtischen Schloss- und Kulturbetriebes der Stadt Altenburg mit jährlich mehr als 60.000 Besuchern. Das Museum dokumentiert die mehr als 500-jährige Geschichte der Spielkartenproduktion in der Region, verfügt über eine Spielkartensammlung mit über 25.000 Unikaten.

Die zukünftigen Neuerscheinungen der Brett- und Kartenspiele sind von den Verlagen zukünftig zu schicken an:

Internationales Spielemuseum
Institut für Ludologie Altenburg
Schloss 2-4
04600 Altenburg

Über das Institut für Ludologie: Die Mitarbeiter des Instituts forschen und lehren im Fachgebiet der Spielwissenschaft an der SRH University Berlin, School of Design and Communication und sind Kooperationspartner des gamelab.berlin der Humboldt Universität zu Berlin und der Plattform spielen.de. Analoge und digitale Spiele gehören zum Forschungsgegenstand.