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Literatur Spieltheorien

Übliche Literaturlisten verraten dem Betrachter nur den Namen des Autors, den Titel des Buches, den (eigentlich irrelevanten) Verlag, mit der (eigentlich irrelevanten) Ortsangabe und dem Jahr der Drucklegung. Bei weiteren Auflagen erscheint dann wieder das aktuelle Jahr der Drucklegung, waurm der historische Bezug zu dem Werk und der Lebenszeit des Autors verloren geht. Was interessiert mich das Jahr der 22. unveränderten Auflage?

Wir haben uns entschieden, an dieser Stelle eine eher qualitative Literaturangabe mit Blick in die Inhaltsverzeichnisse zu gewähren, weil die Buchtitel der einzelnen Werke oft nicht allein aussagekräftig genug erscheinen.

Die Spielwissenschaften haben zahlreiche Spieltheorien entwickelt, weil diese zumeist aus dem jeweiligen Blickwinkel der wissenschaftlichen Disziplin entstanden sind, die sich besonders seit derZeit der  Aufklärung mit dem Phänomen des Spielens befassten. Philosophie, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Geschichtswissenschaft etc. sind die Quellen, aus denen sich die heutige Ludologie speist. Die folgende Literaturliste liefert einen Einstieg in die Entwicklungen der Spieltheorien, ist jedoch weiterhin alphabetisch sortiert und nicht gewichtet.

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Bally, Gustav (1893-1966)

Schweizer Psychiater

"Vom Spielraum der Freiheit - Die Bedeutung des Spiels bei Tier und Mensch" (1966)

Ausgabe vom Schwabe & Co Verlag, Basel/Stuttgart, 1966, zweite überarbeitete ud ergänzte Auflage des Buches "Vom Ursprung und von den Grenzen der Freiheit" (1945), mit 131 Seiten:

Inhalt

Instinkt und Spiel

  • Der Instinkt
  • Die Prägung
  • Die Appetenz und die Stimmung
  • Das Feld und die Feldspannung
  • Handlung und Gegenstand
  • Das Stutzen
  • Die Dressur
  • Die zweifache Umwelt
  • Der Begriff des Spiels

Das spielende Mensch

  • Die biologische Sicht
  • Soma und Germa
  • Die Aufgabe der menschlichen Gesellschaft
  • Die bäuerliche Haltung
  • Die kriegerische Haltung
  • Die offene Welt des Menschen
  • Selbstbesinnung
  • Die defizienten Weisen des Menschseins
  • Der Wilde
  • Der Barbar
  • Der spielende Mensch und sein Horizont
  • Liebe und Tod
  • Die priesterliche Haltung
  • Schluß
  • Anmerkungen

Zitat:
"Der Mensch erkennt die Natur ehrfürchtig als seinen Ursprung an. Ehrfürchtig: er fürchtet und er ehrt sie, denn er weiß sich von ihr gleichzeitig bedroht und beschenkt.
Er fürchtet sie, denn er könnte ihr erliegen und seine Freiheit verspielen; aber er besiegt sie im mutigen Spiel und ehrt sie als die Spenderin des Lebens, die ursprüngliche Fülle, die ihn nährt und ohne die er nicht einen Augenblick sein könnte. Er sucht die Angst, jenen "Schwindel der Freiheit", der angesichts des Abgrunds der unendlichen Möglichkeiten auftritt, zu ertragen, ohne "nach der Endlichkeit zu greifen, um nicht zu fallen" (Kierkegaard). Er naht sich dem Unheimlichen in Furcht, aber diese Furcht ist Ehrfurcht.
An dieser Grenze als der Grenze der Freiheit zu stehen und, im Bewußtsein ihrer Endlichkeit, sich diesem schaurigen, unfaßbaren, unendlichen Nichts, das doch zugleich der Mutterschoß alles Wesens zu sein scheint, geöffnet zu halten, das ist die große, erste und letzte Aufgabe des spielenden Menschen."
(s. S. 101)

Wikipedia:
Gustav Bally (1893-1966)

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Buytendijk, Frederik Jacobus Johannes (1887-1974)

Niederländischer Biologe, Anthropologe, Physiologe und Psychologe

"Wesen und Sinn des Spiels - Das Spielen des Menschen und der Tiere als Erscheinungsform der Lebenstriebe" (1933)

Ausgabe vom Kurt Wolff Verlag / Der neue Geist Verlag, Berlin, 1933, mit 164 Seiten:

Inhalt

  • Vorwort
  • Das Problem
  • Die anschaulichen Merkmale der jugendlichen Dynamik und ihr logischer Zusammenhang
  • Die Verbreitung des Spielens
  • Spiel und Bewegungsdrang
  • Das Spielen und die Triebe
  • Die eigene Dynamik des Spielens
  • Entwicklung des Spiels
  • Theorien des Spiels

Theorien des Spiels:
"Wiederholt haben wir die verschiedenen Theorien flüchtig berührt doch nur die Auffassung Groos' öfter näher in unsere Betrachtungen einbezogen. So wertvoll auch diese schöne systematische Behandlung des Problems sein mag, ihren Grundgedanken, daß nämlich das Spiel Vorübung der späteren Lebensbeträtigungen sei, konnten wir nicht bejahen. ... Der Hinweis auf die Lustgefühle, die das Spielen begleiten, kann nicht als Erklärung gelten; denn diese Gefühle können eventuell die Wiederholung des Spielens veranlassen, nicht seinen Ursprung." (s. S. 155)

Zitat auf den Punkt:
"Das Spielen ist immer nur ein Spielen mit etwas, das auch mit dem Spieler spielt. ... man spielt nur mit Bildern." (s. S. 161)

Wikipedia:
Frederik Jacobus Johannes Buytendijk (1887-1974)

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Caillois, Roger (1913-1978)

Französischer Soziologe und Philosoph

"Die Spiele und die Menschen - Maske und Rausch" (1958)

Taschenbuchausgabe vom Ullstein Verlag, Frankfurt/M., 1982, 221 Seiten:

Buch: Die Spiele und die Menschen - Maske und Rausch (1958)

Inhalt

Erster Teil
I. Definition Spiels
II. Einteilung der Spiele
a) Grundkatagorien
b) Von der Ausgelassenheit zur Regel
III. Soziale Bestimmung der Spiele
IV. Korruption der Spiele
V. Für eine vom Spiel ausgehende Soziologie

Zweiter Teil
VI. Erweiterte Theorie der Spiele
VII. Verstellung und Rausch
a) Wechselseitige Abhängigkeit der Spiele und der Kulturen
b) Maske und Trance
VIII. Wettkampf und Zufall
a) Übergang
b) Die Leistung und die Chance
c) Die Stellvertretung
IX. Ausdrucksformen in der modernen Welt
Die Maske und die Uniform
Das Jahrmarktsfest
Der Zirkus
Das Hochseil
Die parodierenden Götter

Ergänzungen
I. Bedeutung des Glücksspiels
II. Von der Pädagogik zur Mathematik
a) Psycho-pädagogische Analysen
b) Mathematische Analysen
Anhang

Zitat:
"Das Spiel erweist sich vor allem als eine parallele, unabhängige Beschäftigung, die im Gegensatz steht zu den Verhaltensweisen und Entscheidungen des gewöhnlichen Lebens, und zwar durch die spezifischen Züge, die ihm eigen sind und die es zum Spiel machen." (s. S. 73)

Inhaltliche Beschreibnung und Kommentierung:
Hier auf ludologie.de: Roger Caillois (1913-1978): Die Spiele und die Menschen (1958), Spiel als Frage der inneren Haltung

Wikipedia:
Roger Caillois

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Carse, James P. (1986)

Amerikanischer Historiker und Religionswissenschaftler

"Endliche und unendliche Spiele: Die Chancen des Lebens" (1987)

Ausgabe im Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 1987, mit 142 Seiten:

Inhalt

  • Es gibt mindestens zwei Arten von Spielen
  • Niemand kann allein spielen
  • In bin der Genius meiner selbst
  • Ein endliches Spiel findet in einer Welt statt
  • Die Natur ist der Bereich des Unaussprechlichen
  • Wir greifen aus gesellschaftlichen Gründen in die Natur ein
  • Mythen provozieren Erklärungen, lassen aber keine gelten

Klappentext:
"Es gibt mindestens zwei Arten von Spielen. Die einen könnte man endliche, die anderen unendliche nennen... So nüchtern, trocken, fast technisch beginnt James P. Carse sein Buch. Doch schon bald tauchen aus dem grauen Ozean seiner spielthoretischen Abstraktionen nach und nach grüne Inseln - Beispiele - auf, die der Leser erkennt. Wie Spotlights erhellen dabei Carse' bravouröse Aphrorismen die jeweilige Szene, beschreiben sie in der Perspektive des Spiels und öffnen uns so die Augen neu für vertraut Gelaubtes. Im Laufe der 101 folgerichtigen Abschnitte gesellen sich immer mehr Inseln hinzu: Intimes und Soziales, kleine Sorgen und große Politik, Kämpfe und Leidenschaft, Liebe und Sexualität, Natur und Kultur, Geschichte und Mythos. Die Inseln verschmelzen zu Landbrücken, zu Kontinenten und schließlich zur ganzen Bühne dieser Welt. Und kaum daß drei Stunden fesselnder Lektüre wie im Flug vergangen sind, hat Carse Ihnen gezeigt, wie Sie auf dieser Bühne das Spiel Ihres Lebens spielen - und wie Sie es besser spielen können.
Zu beschreiben, was sich dabei für Sie verändert haben wird, dazu ist hier viel zu wenig Platz. Aber Sie werden es wissen, wenn Sie Carse gelesen haben...

James P. Carse ist Professor an der New York University und Autor mehrerer Sachbücher. Er lehrt im Hauptberuf zwar Theologie, aber darum geht es ihm in diesem Buch nicht, ganz im Gegenteil: auch Religionen sind hier für ihn nur Spielmöglichkeiten. ...

Ein kleines Buch, das für Sie viel verändern wird. Lassen Sie sich von Carse dazu verführen, die Welt auf seine Weise zu sehen: als Spiel.
Alles, was Ihnen altvertraut vorkommt, wird danach in neuem Licht erstrahlen. Nichts zwingt Carse Ihnen auf; er führt nur seine Vision vor, damit Sie die Ihre finden. Lassen Sie sich dazu verführen, seinen Optimimus und seine Menschlichkeit zu teilen."

Zitat:
"Für unendliche Spieler ist es nicht nötig, daß sie Christen sind; eigentlich ist es ihnen gar nicht möglich, errnsthafte Christen zu sein. Ebenso wenig ist es ihnen möglich, ernsthafte Buddhisten oder Moslems oder Atheisten oder New Yorker zu sein. Alle derartigen Titel können nur spielerische Abstraktionen sein, bloße Schaudarbietungen, um Gelächter hervorzurufen.
Unendliche Spieler sind keine ernsthaften Schauspieler in einer Geschichte, sondern die fröhlichen Poeten einer Geschichte, die fortgesetzt neu erschafft, was sie nicht vollenden können.
Es gibt nur ein unendliches Spiel."
(s. S. 142)

Wikipedia (en):
James P. Carse und "Finite and Infinite Games"

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Eigen, Manfred (1927-2019)

Deutscher Biochemiker, Mikrobiologe; Nobelpreisträger 1967 für Chemie

"Das Spiel - Naturgesetze steuern den Zufall" (1975)

Ausgabe vom Piper Verlag, München, 1996, 4. Taschenbuchauflage, mit 404 Seiten:

Inhalt

Teil I: Die Zähmung des Zufalls
1. Vom Ursprung des Spiels
2. Gesellschaftsspiele - Spiele der Gesellschaft
2.1 Glück und Pech
2.2 Spieltheorie
2.3 ... und menschliches Verhalten
3. Mikrokosmos - Makrokosmos
3.1 Der Zufall
3.2 Spiel von Leben und Tod
4. Statische Kugelspiele
4.1 "Kopf oder Adler"
4.2 Ehrenfests Urnenspiel
4.3 Das Gesetz der großen Zahl
4.4 Katastrophen
5. Darwin und die Moleküle
5.1 Selektion
5.2 Was bedeutet "fittest"?
5.3 Überlebensspiel

Teil II: Spiele in Raum und Zeit
6. Struktur, Muster, Gestalt
6.1 Konservative Strukturen
6.2 Morphogenese
6.3 Reaktoinsspiele
6.4 Dissipative Muster
7. Symmetrie
7.1 Das Platonische Konzept
7.2 Gebrochene Symmetrien
7.3 Symmetrie a posteriori
8. Metamorphosen der Ordnung
8.1 Die "gerechte" Ordnung
8.2 Die Ordnung der Zahlen
8.3 Die Ordnung der Materie (Entropie, Gleichgewicht)
8.4 Die Ordnung des Lebenden (Gefesselte Dämonen; Darwin: Prinzip oder Ismus? Schöpfung oder Offenbarung?)

III. Grenzen des Spiels - Grenzen der Menschheit
9. Die Parabel von den Physikern
10. Von selbstreproduzierenden Automaten - und denkenden Maschinen
10.1 "Künstliches" Leben?
10.2 Genetische Manipulation
10.3 Intelligente Automaten
11. "Aus eins mach zehn..."
11.1 Ratenansatz und Wachstumsgesetz
11.2 Explosives Wachstum
12. Begrenzter Lebensraum
12.1 Koexistenz
12.2 Konkurrenz
12.3 Entscheidungsspiel
13. Vom Ökosystem zur Industriegesellschaft
13.1 Analytische Ökonomie
13.2 Flüsse und Käfte
13.3 Grenzen

IV. Im Reich der Ideen
14. Poppers drei Welten
15. Vom Symbol zur Sprache
15.1 Information und sprachliche Kommunikation
15.2 Strukturen der Sprache
15.3 Molekulare Semantik
15.4 Irreversibilität und die Entstehung von Information
15.5 Molekulargenetik und generative Grammatik
16. Gedächtnis und komplexe Wirklichkeit
16.1 Evolutions- und Lernspiele
16.2 "Lernende" Netzwerke
17. Die Kunst der (richtigen) Frage
17.1 Deduktion contra Induktion
17.2 Der Experiment
18. Mit der Schönheit spielen
18.1 Sinn und Grenzen einer Theorie der ästhetischen Information
18.2 Rameau und Schönberg
18.3 Tonspiele
18.4 Kunst und Wahrheit

Klappentext:
"Das Spiel ist ein Naturphänomen, das schon von Anbeginn den Lauf der Welt gelenkt hat: von der Gestaltung der Materie über ihre Organisation zu lebenden Strukturen bis hin zum sozialen Verhalten des Menschen. Grundelemente des Spiels - Zufall und Gesetz - bestimmen jegliches Geschehen im Universum. So lassen sich Naturgesetze in Form von Spielregeln abstrahieren. Das setzt dem Würfelspiel des Zufalls, also der Unbestimmtheit der elementaren Ereignisse, enge Grenzen. Auf dem Spielfeld bilden sich Muster, Information entsteht, die Gesetze von Selektion und Entwicklung treten klar hervor. Dies ist die Quintessenz der weltweit erfolgreichen Buches des Göttinger Biochemikers unc Nobelpreisträgers Manfred Eigen und seiner Mitarbeiterin Ruthild Winkler."

Aus dem Vorwort:
"Der Mensch ist weder ein Irrtum der Natur, noch sorgt diese automatisch und selbstverständlich für seine Erhaltung. Der Mensch ist Teilnehmer an einem großen Spiel, dessen Ausgang für ihn offen ist. Er muß seine Fähigkeiten voll entfalten, um sich als Spieler zu behaupten und nicht Spielball des Zufalls zu werden."

Wikipedia:
Manfred Eigen (1927-2019)

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Fink, Eugen (1905-1975)

Deutscher Philosoph

"Spiel als Weltsymbol" (1960)

Ausgabe vom Verlag Karl Alber, Eugen Fink Gesamtausgabe 7, Freiburg im Breisgau, 2010, mit 343 Seiten:

Inhalt

Oase des Glücks (1957)

Spiel als Weltsymbol (1960)

Erstes Kapitel: Das Spiel als philosophisches Problem
1. Das Spiel als möglicher und würdiger Gegenstand der Philosophie
2. Die Weltbedeutung des Menschenspiels
3. Methodologische Überlegungen
4. Die Stellung des Menschen in der kentaurischen Metaphysik des Abendlands
5. Welt als Spiel? Ansatz beim Spielwelt-Schein

Zweites Kapitel: Die Spiedeutung der Metaphysik
6. Der Unwirklichkeitscharakter des Spiels
7. Das Spiel und die anderen menschlichen Lebensfelder
8. Platons Spieldeutung am Leitfaden des Spiegels, seine Dichterkritik
9. Die Optik des Entzauberten. Kritik des Platonischen Spiegel-Modells
10. Ontologische Abwertung des Spiels in der beginnenden Metaphysik. Das Symbol-Problem

Drittes Kapitel: Die Spieldeutung des Mythos
11. Grundzüge des mythischen Kultspiels
12. Das kultische Sinnbild und seine verhüllte Weltverweisung. Der Umgang mit Dämonen
13. Kosmischer Rang der Spielsymbolik - Dämonenglaube der archaischen Zeit. Der Maskenzauber
14. Sakraltechnik, kosmische Gleichung, Initialzauber. Übergang zum Kult-Spiel
15. Das Kultspiel als Verstellung des Weltbezugs. Götterspiel und Spiel der Welt
16. Spiel und Weihe - Kultspiel und Religion. Das Spiel der Götter selbst kein Kultspiel
17. Die Natur "voll von Göttern" im Mythos, leer von Göttern in der Spätkultur. Religionskritik am Modell der "Selbstentfremdung". Die Frage nach der Weltlichkeit des Spiels weder sakral noch profan

Viertes Kapitel: Die Weltlichkeit des Menschenspiels
18. Vieldeutigkeit des Begriffs "weltlich"
19. Die Weltlichkeit des Spiels - im Gegenzug gegen die metaphysische und mythologische Deutung
20. Spiel als Ekstase des Menschen zur Welt und als Rückschein der Welt in das weltoffene Seiende. Die Welt als Spiel ohne Spieler

Spiel und Feier (1975)

Ergänzende Texte
Das kindliche Spiel (1959)
Spiel und Philosophie (1966)
Die Weltbedeutung des Spiels (1973)
Spiel und Kult (1972-1973?)

Notizen
Das philosophische-pädagogische Problem des Spiels (1954)
Sport-Seminar (1961)
Spiel und Sport (1962)
Notizen zu "Spiel und Philosophie" (1966)
Notizen zu "Die Weltbedeutung des Spiels" (1973)

Anhang
Textkritischer Apparat
I. Der Aufbau des Bandes
II. Beschreibung der Texte und textkritische Anmerkungen
Verzeichnis der von Fink zitierten Texte
Nachwort der Herausgeber Cathrin Nielsen und Hans Rainer Sepp

Zitat, Nachwort der Herausgeber:
"Faßt man die Hauptzüge des Spiels zusammen: das Hervorbringen des spielweltlichen Scheins, die Selbstanschauung des menschlichen Daseins im Spiel als dem Spiegel des Lebens, die Freiheit und Widerrufbarkeit seiner Gestalten, seine Fähigkeit, alle anderen Grundphänomene der menschlichen Existenz - Arbeit, Kampf, Liebe und Tod - zu umfassen sowie sichh selber noch als Spiel zu spielen, tritt, so Fink, zuletzt der festliche Charakter des Spiels zutage. Der Mensch spielt, wo er das Dasein feiert." (s. S. 343)

Wikipedia:
Eugen Fink (1905-1975)

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Groos, Karl (1861-1946)

Deutscher Philosoph und Psychologe

"Die Spiele der Tiere" (1896)

Ausgabe vom Gustav Fischer Verlag, Jena, 1930, mit 214 Seiten; Dritte, durch den Autor selbst überarbeitete Auflage:

Karl Groos (1896): Die Spiele der Tiere (3. Auflage, 1930)

Inhalt

Vorwort (zur dritten Auflage)

Erstes Kapitel. Die Begriffsbestimmung des Spiels

Zweites Kapitel. Die Ursachen des Spiels

Drittes Kapitel. Der Lebenswert des Spiels
A. Der Einübungs- und Selbstausbildungswert des Spiels
B. Der Wert der Wachstumsförderung
C. Der Übungswert bei dem Spiel erwachsener Tiere
D. Der Gedanke der Abschwächung
E. Das Spiel als Katharsis
F. Der Erholungswert
G. Der Ergänzungswert

Viertes Kapitel. Bewegungs-, Jagd- und Kampfspiele
A. Bewegungsspiele
1. Die Gehbewegung
2. Rennen, Hüpfen und Springen
3. Klettern
4. Schaukeln
5. Schwimmen
6. Fliegen
7. Gleiten
8. Tanzen
B. Jagdspiele
1. Das Spielen mit der lebenden wirklichen Beute
2. Die lebende Scheinbeute
3. Leblose Objekte als Scheinbeute
C. Kampfspiele
1. Balgereien
2. Das Necken

Fünftes Kapitel. Bewerbungs-, Bau- und Pflegespiele
A. Bewerbungsspiele
1. Theoretische Vorbemerkungen
2. Liebesspiele unter Tieren
3. Sexuell bedingte Bewegungskünste
4. Sexuell bedingte aktustische Darbietungen
5. Das Kokettieren der Weibchen
B. Bauspiele
C. Pflegespiele

Sechstes Kapitel. Nachahmungsspiele und soziale Spiele
A. Die Nachahmung und das Nachahmungsspiel
B. Soziale Spiele

Siebtes Kapitel. Das spielende Experimentieren

Einleitung

"Dieses ganze Buch dient in allen seinen Ausführungen der Absicht, den Begriff des Tierspiels möglichst vollständig zu entfalten. ... Suchen wir, der Vorschrift der Schullogik gehorchend, nach einem genus proximum, d.h. nach einem nicht zu weit entfernten übergeordneten Begriff, der den des Spielens umfasst, so liegt es nahe zu sagen, es handle sich dabei um eine "Tätigkeit"; die Sonderart der Spieltätigkeit wäre dann durch Angabe von unterschiedenen Merkmalen zu bestimmen. Auf den ersten Blick will das fast als selbstverständlich erscheinen. Sieht man näher zu, so findet man, daß der vorgeschlagene Ausdruck für die Psychologie des Tierspiels trotzdem nicht ohne genauere Bestimmung brauchbar ist. ... Wollen wir also an unserem Vorschlag festhalten, so wird es nötig sein, den Begriff der Tätigkeit in dem recht weiten Sinne einer seelisch erlebten Reaktion zu gebrauchen und die Frage offen zu lassen, wie weit dabei ein bewußtes, von einem Ich getragenes Wollen auftritt." (s. S. 1-2)

Inhaltliche Beschreibung und Kommentierung:
Hier auf ludolohgie.de: Karl Groos (1861-1961)

Wikipedia:
Karl Groos

 

"Die Spiele der Menschen" (1899)

Ausgabe vom Gustav Fischer Verlag, Jena, 1899, mit 526 Seiten:

Karl Groos (1899): Die Spiele der Menschen

Inhalt.

Erste Abtheilung. Das System der Spiele.

Einleitung.
Erster Abschnitt.

Das spielende Experimentieren.

I. Die spielende Bethätigung der sensorischen Apparate.
1. Die Berührungsempfindung
2. Die Temperaturempfindung
3. Die Geschmacksempfindung
4. Die Geruchsempfindung
5. Die Gehörsempfindung
a) Receptive Hör-Spiele
b) Productive Hör-Spiele

II. Die spielende Uebung der motorischen Apparate
A) Die spielende Bewegung der eigenen Körperorgane
B) Die spielende Bewegung fremder Objecte
1. Das Hermumhantieren
2. Destructive (analytische) Bewegungsspiele
3. Constructive (synthetische) Bewegungsspiele
4. Geduldsspiele
5. Wurfspiele
a) Das einfache Werfen
b) Das Werfen durch Schlag und Stoss
c) Die Erzeugung des Rollens, Drehens, Gleitens und Hüpfens
d) Das Werfen nach einem Ziel
6. Das Auffangen bewegter Objecte

III. Die spielende Uebung der höheren seelischen Anlagen
A) Das Experimentiren mit intellectuellen Fähigkeiten
1. Die Reproduction
a) Das Wiedererkennen
b) Das Gedächtsniss
2. Die Phantasie
a) Die spielende Illusion
b) Die spielende Umwandlung des Gedächtnissmaterials
3. Die Aufmerksamkeit
4. Der Verstand
B) Das Experimentiren mit den Gefühlen
1. Die körperliche Unlust
2. Die geistige Unlust
3. Die Ueberraschung
4. Die Furcht
C) Das Experimentiren mit dem Willen

Zweiter Abschnitt.
Die spielende Bethätigung der Triebe zweiter Ordnung
I. Kampfspiele
1. Directe körperliche Kampfspiele
2. Directe geistige Kampfspiele
3. Körperliche Wettkämpfe
4. Geistige Wettkämpfe
5. Der Zerstörungstrieb
6. Das Necken
7. Die Freude am Komischen
8. Die Jagdspiele
9. Das Anschauen von Kämpfen und Kampfspielen. Das Tragische
II. Liebesspiele
1. Natürliche Bewegungsspiele
2. Das Liebesspiel in der Kunst
3. Das Sexuell-Komische
III. Nachahmungsspiele
1. Die spielende Nachahmung einzelner Bewegungsvorgänge
a) Spielende Nachahmung optischer Wahrnehmungen
b) Spielende Nachahmung akustischer Wahrnehmungen
2. Dramatische Nachahmungsspiele
3. Plastische oder bildende Nachahmungsspiele
4. Die innere Nachahmung
IV. Sociale Spiele

Zweite Abtheilung. Theorie des Spiels.

1. Der physiologische Standpunkt
2. Der biologische Standpunkt
3. Der psychologische Standpunkt
4. Der ästhetische Standpunkt
5. Der sociologische Standpunkt
6. Der pädagogische Standpunkt


Einleitung

"Es ist schon von Vielen auf vielfältige Weise unternommen worden, eine befriedigende Eintheilung der menschlichen Spiele durchzuführen; aber der Versuch ist noch keinem Einzigen vollständig geglückt. Grasberger bezeichnete es vor einem Vierteljahrhundert als eine bekannte Thatsache, dass eine strenge Eintheilung der Spiele "bisher eigentlich nirgends erreicht worden sei", und es ist, wie ich meine, auch in den letzen Jahrzehnten darin nicht wesentlich anders geworden. Unter diesen Umständen darf ich mich kaum der Hoffnung hingeben, dass nun meine Klassifikation alllen Ansprüchen genügen könne; ich werde mich vielmehr darauf berufen müssen, dass eine vollkommene Systematisierung fast überall nur ein logisches Ideal ist und bleiben wird. Aber auch eine mangelhafte Eintheilung kann sich nach zwei Richtungen hin auszeichnen: sie kann sehr übersichtlich und praktisch sein, oder sie kann durch die Art des Eintheilungsgrundes geeignet sein, dem Leser gleich einen Blick in das innere Wesen der zu besprechenden Gegenstände zu eröffnen. Ich habe mich nun vor allem bemüht, die zweite Forderung zu erfüllen, indem ich von dem Begriff des menschlichen Trieblebens ausgegangen bin: wie weit es mir gelungen ist, auch der ersten Forderung nachzukommen, wage ich nicht zu beurtheilen." (s. S. 1)

Inhaltliche Beschreibung und Kommentierung:
Hier auf ludolohgie.de: Karl Groos (1861-1961)

 

"Das Spiel - Zwei Vorträge" (1922)

Ausgabe vom Gustav Fischer Verlag, Jena, 1922, mit 37 Seiten

Karl Gross (1922): Das Spiel - Zwei Vorträge

 

Inhalt

I. Der Lebenswert des Spiels (2. Aufl.)

II. Das Spiel als Katharsis


Vorwort.

"Von den in der vorliegenden Schrift vereinigten Untersuchungen besteht die erste in der durchgesehenen Neuauflage eines 1910 bei Gustav Fischer erschienenen Vortrages, den ich im März desselben Jahres in Hamburg gehalten hatte. In diesem Vortrag, der das Spiel unter den drei Gesichtspunkten der Einübung, der Lebensergänzung und der Erholung erörtere, war schon damals betont worden, daß bei der Teleologie des Spiels auch auf die erleichternde Entladung von Trieben (Katharsis) hingewiesen werden müsse. Infolgedessen bietet der als zweiter Teil hinzugefügte Aufsatz "Das Spiel als Katharsis", der zuerst 1911 in der Zeitschrift für pädagogische Psychologie (Verlag von Quelle & Meyer) veröffentlicht worden ist, eine nicht unwesentliche Ergänzung zu den Ausführungen des Hamburger Vortrages. Da er zugleich eine Studie zur Psychologie der Reifezeit darstellt, deren Probleme gegenwärtig wachsende Beachtung finden, so wird man, wir ich hoffe, diese Ergänzung als gerechtfertigt bezeichnen können.
Tübingen, im Herbst 1922.
Karl Groos."


Inhaltliche Beschreibung und Kommentierung:
Hier auf ludolohgie.de: Karl Groos (1861-1961)

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GutsMuths, Johann Christoph Friedrich (1759-1839)

Deutscher Pädagoge, Mitbegründer des Turnens

"Spiele zur Uebung und Erholung des Körpers und des Geistes" (1796)

Ausgabe vom Verlag von G. A, Grau & Cie. (Rud. Lion) in Hof, 5. Auflage, 1878, mit 395 Seiten:

Inhalt

Vorbemerkungen zur 5. Auflage von O. Schettler

Einleitung. Über den Begriff des Spieles und über den moralischen, politischen und pädagogischen Werth der Spiele; über ihre Wahl, Classifikation und ihre Eigenschaften.

Erste Klasse: Bewegungsspiele
I. Spiele zur Schärfung der Beobachtung und der sinnlichen Beurtheilung
A. Ballspiele.
B. Kugelspiele.
C. Kegelspiele.
D. Scheibenspiele.
E. Pfahl-, Ring- und andere Spiele.
F. Winterspiele.
G. Ringelspiele
H. Nachahmungsspiele
I. Blindlingsspiele
K. Lauf- und Haschespiele
L. Nachtspiele
M. Spiele mit Wechseln der Plätze
N. Hinkspiele
O. Ziehspiele
II. Spiele zur Erregung des darstellenden Witzes

Zweite Klasse: Ruhespiele
I. Spiele zur Schärfung der Beobachtung und der sinnlichen Beurtheilung
II. Spiele zur Förderung der Aufmerksamkeit
III. Spiele zur Stärkung des Gedächtnisses
IV. Spiele zur Erregung der Phantasie und des Witzes
V. Spiele zur Bildung des Geschmackes
VI. Spiele zur Bethätigung und Entfaltung Entfaltung des reiferen Verstandes
(z.B. Schach)

"Schmutztitel" zur 5. Auflage 1878:

 

Vorrede des Verfassers

"Erholung ist dem Menschen, besonders im jugendlichen Alter, durchaus nothwendig. Wenn demnach die Jugend, deren Zahl allein in unserem Vaterlande Millionen beträgt, täglich nur zwei Stunden spielt, so beträgt dies viele Millionen Stunden menschlicher Existenz. Sollte es denn da einer großen Nation wohl gleichgültig sein, ob ein so beträchtlicher Theil der Zeit, ja was noch mehr sagen will, der Bildungszeit, verloren geht, oder genutzt wird, ob man ihn zum Zeitvertrieb, oder zur nöthigen Ausbildung der Kräfte, unsittlich, geschmacklos und schädlich oder unschuldig, anständig und nützlich verwendet? Dies ist der ernsthafte Gesichtspunkt, aus dem ich dieses Buch zu betrachten bitte. Wahrlich, ich wollte mit diesen mühsam geschriebenen Tändeleien nicht tändeln. ... In pädagogischer Hinsicht aber ist noch gar keine Sammlung von Spielen veranstaltet. Dieses Buch enthält deswegen Spiele für die Jugend, aber es ist nicht für Jugend geschrieben, sondern für ihre Eltern, Erzieher und Freunde; daher nicht nur Beschreibungen, sondern auch Beurtheilungen der einzelnen Spiele; ... Von jedem Spiele findet man im vorliegenden Buche eine möglichst genaue und umständliche Beschreibung, ... Ich hoffe, man wird damit zufrieden sein - bezahlt man doch einzeln herausgenommene Spiele häufig fast eben so theuer.
Schnepfenthal bei Gotha, 6. April 1796.
GutsMuths."

 

Wikipedia:
Johann Christoph Friedrich GutsMuths (1759-1839)

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Heidemann, Ingeborg (1915-1987)

Deutsche Philosophin

"Der Begriff des Spieles - und das ästhetische Weltbild in der Philosophie der Gegenwart" (1968)

Ausgabe vom Verlag Walter de Gruyter & Co, Berlin, 1968, mit 378 Seiten:

Inhaltsverzeichnis

Erstes Buch: Die ontologische Bestimmung des Spieles

1. Die ontologische Ambivalenz des Spieles
Spiel und reale Welt
Der Spielbegriff in der Ästhetik
Der Spielbegriff in der Metaphysik
2. Raumzeitlichkeit als Erreichbarkeit und Wiederholbarkeit
Der Spielraum
Die Spielzeit
Die Wiederkehr des Immer-Gleichen
3. Gesetzlichkeit als kategoriale Unbestimmtheit
Die Spielregeln
Die Spielhandlung und die die Spielzwecke
Die Spielidee
4. Subjektivität und Objektivität des Spieles
Der Ursprung des Spieles
Das Spielbewußtsein und das Spiellphänomen

Zweites Buch: Die erkenntnistheoretische Funktion des Spielbegriffs

5. Einleitende Problemstellung

Erstes Kapitel: Der Spielbegriff bei Kant
6. Spiel und Erkenntnis
Spiel und Wissenschaft
Spiel und Erfahrung
Spiel und Geschehen
7. Dir vierfache Bestimmung des Spielbegriffs
8. Das Spiel und das Schöne
Die Spontaneität des Spieles und der ästhetische Gegenstand
Spiel als Relation der Gunst
Spiel als Darstellung und Erweiterung des Begriffs
9. Spiel und Gestalt
Zum Problem von Reihe und Spiel
Spiel als dynamisches Koordinationsprinzip
Spiel als erweiterte Denkungsart

Zweites Kapitel: Die Umkehr der Spielthematik in der Gegenwart
10. Spiel im Aspekt der Wahrheit
Die erkenntnistheoretische Bedeutung des Spielbegriffs in den Theorien der Gegenwart
Der Spielbegriff in der Phänomenologie, der Philosophie des Als-Ob und der Metaphysik des Erlebens
11. Spiel im Aspekt von Funktion und Form
Die Diskussion des Spieles in der Theorien der zwanziger Jahre
Zur Theorie der guten Verbindung un der guten Form
12. Bestimmungsfunktion und Modellfunktion
Der transzendierende Begriff
Zum Problem der Stabilisierung des Spielbegriffs am Modell

Drittes Kapitel: Die Problematik des Spielbegriffs bei Heidegger
13. Das künftige Denken
14. Die Urbewegung der Freiheit
15. Die kategoriale Funktion des Spielbegriffs
16. Die hermeneutische Funktion des Spielbegriffs
17. Die existentiale Funktion des Spielbegriffs
18. Spiel als Umgrenzung

Zitat:
"Die Form der Gegenstände der Sinne ist entweder Gestalt oder Spiel." (s. S. 184)

Wikipedia:
Ingeborg Heidemann (1915-1987)

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Huizinga, Johan (1872-1945)

Niederländischer Kulturhistoriker, Kulturphilosoph, Anthroprologe

"Homo ludens - Vom Ursprung der Kultur im Spiel" (1938)

Ausgabe vom Rohwohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, mit 230 Seiten, 22. Auflage :

Johan Huizinga (1938): Homo ludens (22. Auflage, 2011)


Inhalt

Vorrede - Einführung
1. Wesen und Bedeutung des Spiels als Kulturerscheinung
2. Konzeption des Spielbegriffs und die Ausdrücke für ihn in der Sprache
3. Spiel und Wetteifer als kulturschaffende Funktion
4. Spiel und Recht
5. Spiel und Krieg
6. Spiel und Wissen
7. Spiel und Dichtung
8. Die Funktion der poetischen Formgebung
9. Spielformen der Philosophie
10. Spielformen der Kunst
11. Kulturen und Perioden "sub specie ludi"
12. Das Spielelement in der heutigen Kultur
Nachwort von Andreas Flitner

Klappentext:
"Ein grundlegendes Element unserer Kultur ist das Spiel. Der Mensch ist ein Spieler - und ohne seine Lust und Fähigkeit zum Spielen hätten sich ganze Bereiche seiner Kultur nicht entwickelt: die Dichtung, das Recht, die Wissenschaft, die bildende Kunst, die Philosophie und viele andere. Johan Huizinga, der große holländische Historiker und Kulturphilosoph, hat in diesem Buch eine Theorie der Kulur entworfen (Kulturschaffungstheorie), in der er dem Denker (homo sapiens) und dem Tätigen (homo faber) den Menschen als Spieler (homo ludens) an die Seite stellt."

Inhaltliche Beschreibung und Kommentierung:
Hier auf ludololgie.de: Huizinga, Johan (1938): Homo ludens - Vom Ursprung der Kultur im Spiel
Auf spielen.de: Homo ludens - der spielende Mensch

Wikipedia:
Johan Huizinga und Homo ludens

Niederländische Originalausgabe 1938:

Johan Huizinga (1938), Originalausgabe: Homo ludens

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Kujawa, Gerhard von (1940)

Deutscher Psychologe

"Ursprung und Sinn des Spiels" (1940)

Ausgabe vom Verlag E.A. Seemann, Leipzig, 1940, mit 151 Seiten (121 Seiten mit 30 Seiten Anmerkungen):

Gerhard von Kujawa (1940): Ursprung und Sinn des Spiels

 

Inhalt

Zum Geleit (Worte eines Schildbürgers)
I. Halbes Spiel ist doppelte Wahrheit
II. Die biologische Blickrichtung
III. Beiträge der Philosophen
IV. Spiel und Zahl
V. Vom Schachspiel: Bildung und Gleichnis
VI. Von den Spielkarten
VII. Zusammenfassung
Anmerkungen

Zum Geleit:
"Bekanntlich fingen die Schildbürger eines Tages an, Salz zu säen und ernteteten davon - Brennessel; von ähnlichen Erfahrungen weiß heutigen Tages noch ein jeder Schildbürger zu berichten und auch mir ist derlei nicht erspart geblieben, was ich munter vorweg bekenne; was aber das Salz anbetrifft, so wird dadurch gleichwohl die alte Stelle vom Salz der Erde nicht entkräftet. ... Eine intellektuelle Steuerung des Volksganzen ist notwendig; aber deswegen soll man nicht in den Fehler verfallen, das Steuermannsexamen als Allgemeingut zu fordern." (s. S. 6)

Inhaltliche Beschreibung und Kommentierung:
Hier auf ludologie.de: Gerhard von Kujawa (1940): Ursprung und Sinn des Spiels

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Lazarus, Moritz (1824-1903)

Deutscher Psychologe

 "Über die Reize des Spiels" (1883)

Ausgabe von der Ferd. Dümmlers Verlagsbuchhandlung, Harrwig und Großmann, Berlin, 177 Seiten, 1883

Moritz Lazarus (1883): Über die Reize des Spiels

Inhalt

Vorwort
1. Begründung der Aufgabe
Der Anteil der Spiele an der Lebenszeit, an der Muße und Erholung
Verdeutlicht am Umfang der Litteratur
Vergleichung derselben mit der Litteratur der Diätetik
Leibnitz und Jean Paul

2. Bestimmung der Aufgabe
Wesen und Wirkung der Spiele aus der Ursache des Vergnügens an der denselben zu begreifen
oder genauer an den Reizen desselben
Was ist Spiel? Vieldeutigkeit der Frage
Der Umfang des Begriffes, sein Inhalt und der Sprachgebrauch
Verschiedenheit bei verschiedenen Völkern
Die auf Lust gerichtete Absicht des Spiels; verschieden von Arbeitslust und Belustingung

3. Erklärung der Begriffe an ihren Gegensätzen

Spiel und Arbeit; Kraftaufwand und Anstrengung; Muße und Erholung
Ernst und Spaß; Beruf und Genuß
Zweck und Ziel jenseits der Arbeit und innerhalb des Spiels; Kraftübung in beiden
Schein und Sein; der spielende und der trügende Schein

4. Die ursprüngliche Bedeutung des "Spiel" im Deutschen, Griechischen, Latainischen, Hebräsischen und Indischen
Vorzug des Deutschen
Spiel ist: leichte, schwankende, ziellos schwebende Thätigkeit; der Springbrunneb
Schiller; Spiel und Kunst; Plastik und Vorstellung; Musik
Spiel = in sich zurückkehrende Bewegung
Dagegen Ernst und Beruf und Pflicht gehen auf ein Ziel
Des Kindes Ernst: im Hause, in der Schule
Das Individuum und die Gesamtheit; Zusammen der Person und der Sachen in der Kulturthätigkeit
aber das Spiel ist isoliert
wie der eigentliche Genuß
doch liegt im Genuß nur das Ende, im Spiel auch der Anfang außer dem Zusammenhang aller ernsten Zwecke
Spiel eine Welt für sich; ohne Verantwortung
Wissenschaft ist nicht Spiel
Der subjektive Ernst des Spiels
Spiel und Religion
Aber Analogien zwischen beiden
Religion und ihr Einfluß auf die Bestimmung der Muße
Spiel und Geselligkeit; und Unterhaltung
und Gespräch

5. Die allgemeinen Ursachen des Spiels
Gegen die Annahme eines besonderen Spielttriebes
Spiel = Beschäftigung, gegen die Leerheit des Nichtsthuns
(Pascals Ansicht und ihre Zurückweisung)
als positives Freiheitsgefühl
und Kraftgefühl in der Muße, mit erhebender Erholung
Alle Spiele zeigen mehrere und kombinierte Reize

6. Die drei Gattungen der Spiele und ihre besonderen Reize

A. Die Zufalls- und Verstandesspiele
Ihr Gegenstand ist abstrakt, ihr Interesse haftet an der subjektiven Thätigkeit
ihre Formen konventionell
Reiz des Hazard, ursprünglich nur das Schweben der Vorstellungen und der Ausschlag; verstärkt durch den Einsatz
Verstandesspiele; Erzeugnis edlerer Kultur
Brettspiele, Schach
äußerster Kontrast gegen Hazard; dennoch beide: Quellen des Spielvergnügens; weshalb
vollkommenste Spiele: die Mischung aus beiden
Kartenspiele; ihre eigentümlichen Reize
Spielthätigkeit, Spielprozeß und Spielordnung
Die kontrastierenden Gefühle: der Gegenstand ist abstrakt, formal, zwecklos; macht die Welt vergessen und fordert fast ausschließlich Verstandesoperationen
"ehrlich Spiel" und Pfänder
Mischung aus Glück und Verstand, (Mut und Ruhe)
Die Einrichtung der Spiele; Wahlspiele
Analogieen mit dem ernsten Leben
Spielrecht und Spielordnung
Vergleich mit einer rechtlichen oder natürlichen Ordnung
Symbolik der Spielordnung
Verstandesspiele zugleich abstrakt und symbolisch
Die zusammenwirkenden Gegensätze: Zufall und Geschick
Kampf gegen Zufall und Mitspieler
Drei Interessen: a) gesitige Regsamkeit, der spezifisch logische Charakter der Spieloperation; reich und leicht; einfach und verwickelt; b) der Ehrgeiz: die Ehre des Glückes und der Geschicklichkeit; c) der Einsatz; Erregung und Selbstbeherrschung; gleichartig und mannigfaltig
Zusammenfassung der Reize der Verstandesspiele

B. Die Übungsspiele
Ihre Reize kommen unmittelbar zum Bewusstsein, erheischen weniger Analyse als Zusammenfassung
Erhöhtes Lebensgefühl; Behaben der Kraftentfaltung; mit verantwortungsfreier Thätigkeit erfüllte Muße
Reichtum der Phantasie und pädagogische Vorschrift
Spielvergnügen und Erziehungszweck
(hier gekürzt)

C. Schauspiel
Zusehen überhaupt vergnügt; ist passiv und schafft nur ein inneres Bild des Geschehenen
Das Seltene, Glänzende der Schau
Das Schauen als Zweck
Das Spiel als Inhalt; Schauen als Spiel und Spiel als Schau
Schillers Bestimmung der Kunst als Spiel, zur Kritik seiner Ansicht
Kunst wächst durch Veredlung über das Spiel hinaus
Musik und Dramatik sind nur teilweise Spiele
(hier gekürzt)

Glauben an Wirklichkeit als allgemeine Voraussetzung
Steigerung der Thätigkeit; objektive Vollkommenheit wird zur subjektiven; sowohl durch die realistische wie durch die idealistische Richtung der Kunst
Das Spielvergnügen wird durch die Darstellung erzeugt
Der verkörperte Gegensatz des Scheins un der sinnlich-objektiven Gestaltung macht die geistige Thätigkeit des Zuschauers zum Spiel

7. Moralische Würdigung der Spiele
Ist vollständig nur im ethischen System zu geben
Das Zeitmaß der Spiele
Übungsspiele; Spiele der Kinder
Kartenspiele
Das Spiel der Müßiggänger
Geldeinsatz; Hazard; seine Immoralität mehr im Gewinn als im Verlust
Schau- und Kunstspiele
Rückblick: Spiel als Erholung, Übung und Erhebung der geistigen und sittlichen Kräfte

 

Inhaltliche Beschreibung und Kommentierung:
Hier auf ludologie.de: Lazarus, Moritz (1883): Über die Reize des Spiels

Wikipedia:
Moritz Lazarus

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Neumann, John von (1903-1957)

Ungarisch-US-amerikanischer Mathematiker

"Spieltheorie und wirtschaftliches Verhalten" (1943) von John von Neumann und Oskar Morgenstern

Ausgabe Physica-Verlag, Rudolf Liebing KG, Würzburg, 1961, mit 668 Seiten

Inhalt

Kapitel I: Formulierung des ökonomischen Problems
1. Die mathematische Methode in der Ökonomie
2. Qualitative Untersuchung des Problems des rationalen Verhaltens
3. Der Nutzenbegriff
4. Struktur der Theorie: Lösungen und Verhaltensstandards

Kapitel II: Allgemeine formale Beschreibung strategischer Spiele
5. Einleitung
6. Der vereinfachte Begriff eines Spieles
7. Der vollständige Begriff eines Spieles
8. Mengen und Zerlegungen
9. Mengentheoretische Beschreibung eines Spieles
10. Axiomatische Formulierungen
11. Strategien und die endgültige Vereinfachung der Beschreibung eines Spieles

Kapitel III: Zweipersonen-Nullsummenspiele: Theorie
12. Vorläufiger Überblick
13. Funktionenlehre
14. Eindeutig bestimmte Spiele
15. Spiele mit vollständiger Information
16. Linearität und Konvexität
17. Gemischte Strategien. Die Lösung für alle Spiele

Kapitel IV: Zweipersonen-Nullsummenspiele: Beispiele
18. Einige elementare Beispiele
19. Pokern und Bluffen

Kapitel V: Dreipersonen-Nullsummenspiel
20. Vorläufiger Überblick
21. Das einfache Mehrheitsspiel für drei Personen
22. Weitere Beispiele
23. Der allgemeine Fall
24. Diskussion eines Einwandes

Kapitel VI: Formulierung der allgemeinen Theorie: n-Personen-Nullsummenspiele
25. Die charakterische Funktion
26. Konstruktion eines Spieles mit einer vorgegebenen charakteristischen Funktion
27. Strategische Äquivalenz. Unwesentliche und wesentliche Spiele
28. Gruppen, Symmetrie und Fairness
29. Erneute Betrachtung des Dreipersonen-Nullsummenspieles
30. Die exakte Form der allgemeinen Definition
31. Erste Folgerungen
32. Bestimmung aller Lösungen des wesentlichen Dreipersonen-Nullsummenspieles
33. Schlussfolgerungen

Kapitel VII: Vierpersonen-Nullsummenspiele
34. Vorläufiger Überblick
35. Untersuchung einiger spezieller Punkte im Würfel Q
36. Untersuchung der Hauptdiagonalen
37. Der Mittelpunkt und seine Umgebung
38. Eine Lösungsfamilie für eine Umgebung des Mittelpunktes

Kapitel VIII: Einige Bemerkungen für n ≥ 5 Beteiligte
39. Die Anzahl der Parameter in verschiedenen Klassen von Spielen
40. Das symmetrische Fünfpersonenspiel

Kapitel IX: Zusammensetzung und Zerlegung von Spielen
41. Zusammensetzung und Zerlegung
42. Modifikation der Theorie
43. Die Zerlegungspartition
44. Zerlegbare Spiele. Weitere Ausdehnung der Theorie
45. Grenzen für den Exzess. Struktur der erweiterten Theorie
46. Bestimmung aller Lösungen eines zerlegbaren Spieles
47. Das wesentliche Dreipersonenspiel in der neuen Theorie

Kapitel X: Einfache Spiele
48. Gewinnende und verlierende Koalitionen und Spiele, in denen sie auftreten
49. Charakterisierung der einfachen Spiele
50. Die Mehrheitsspiele und die Hauptlösung
51. Methoden für die Angabe aller einfachen Spiele
52. Die einfachen Spiele für kleine n
53. Die neuen Möglichkeiten einfacher Spiele mit n ≥ 6
54. Bestimmung aller Lösungen bei geeigneten Spielen
55. Das einfache Spiel

Kapitel XI: Allgemeine Nicht-Nullsummen-Spiele
56. Erweiterung der Theorie
57. Die charakteristische Funktion und verwandte Themen
58. Interpretation der charakteristischen Funktion
59. Allgemeine Betrachtungen
60. Die Lösungen aller allgemeinen Spiele mit n ≤ 3
61. Ökonomische Interpretation der Resultate für n = 1, 2
62. Ökonomische Interpretation der Resultate für n = 3, Spezialfall
63. Ökonomische Interpretation der Resultate für n = 3, allgemeiner Fall
64. Der allgemeine Markt

Kapitel XII: Erweiterungen des Dominations- und des Lösungsbegriffes
65. Die Erweiterung. Spezialfälle
66. Verallgemeinerung des Nutzenbegriffes
67. Diskussion und Beispiele

Anhang: Die axiomatische Behandlung des Nutzens

Vorwort zur ersten Auflage:
"Dieses Buch enthält eine Darstellung sowie verschiedene Anwendungen einer mathematischen Theorie der Spiele. Die Theorie wurde durch einen von uns seit 1928 entwickelt und wird nun erstmalig in ihrer Gesamtheit veröffentlicht. Die Anwendungen sind zweifacher Art: einerseits auf Spiele im eigentlichen Sinne, anderseits auf ökonomische und soziogische Probleme, die, wie wir zu zeigen hoffen, von dieser Seite am besten behandelt werden können.
Die Anwendungen, die wir auf die Spiele machen werden, dienen wenigstens ebensosehr der Bestätigung der Theorie wie der Erforschung der Spiele selbst. Die Natur dieser wechselseitigen Beziehung wird im Laufe der Untersuchung klar werden. Unser hauptsächliches Interesse liegt natürlich in ökonomischer und soziologischer Richtung. Hier können wir nur die einfachsten Fragen behandeln. Indessen haben diese Fragen grundlegenden Charakter. Überdies besteht unsere Absicht in erster Linie darin, zu zeigen, daß es eine strenge Behandlung dieser Gegenstände gibt, die, wie es tatsächlich der Fall ist, auch Fragen einschließen wie gleichgerichtetes oder entgegengesetztes Interesse, vollständige oder unvollständige Information, freie rationale Entscheidung oder zufällige Einflüsse.
Princeton, N.J., Januar 1943
John von Neumann
Oskar Morgenstern"

Wikipedia:
John von Neumann (1903-1957)
Oskar Morgenstern (1902-1977)

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Schaller, Julius (1810-1868)

Deutscher Philosoph

"Das Spiel und die Spiele - Ein Beitag zur Psychologie und Pädagogik wie zum Verständnis des geselligen Lebens" (1861)

Deckblatt der Originalausgabe: Herman Göhlau Verlag, Weimar, 1861:

Julius Schaller (1861): Das Spiel und die Spiele

Inhalt

Vorrede und Einleitung
I. Das Spiel im Allgemeinen
1. Der Ernst des geistigen Lebens
2. Das allgemeine Wesen des Spiels
3. Das Recht und die Nothwendigkeit des Spiels
4. Verwandte Sphären des Spiels
II. Die Spiele
1. Das Kinderspiel
2. Das gymnastische Spiel
3. Das Verstandesspiele und seine Verbindung mit dem Glücksspiel
4. Das reine Glücksspiel
5. Gesellschaftsspiele
III. Das Spiel als Glied des geselligen Lebens

Einleitung:
"Ueber der Spiel ernsthaft Betrachtungen anzustellen, liegt uns fern. Das Spiel gilt uns nicht als eine so wichtige Erscheinung im menschlichen Leben, daß es der Mühe werth wäre, nach seinem Wesen zu fragen. Höchstens könnte es uns, wie es sich selbst dem Ernste des Lebens entgegensetzt, zu einer mehr spielenden, scherzhaften Betrachtung herausfordern. Mit dem Spiele selbst Spiel zu treiben - mehr scheint dasselbe nicht zu verdienen. Für eine Pflicht des Menschen wird man das Spielen schwerlich ansehen. Auch geht man nicht leicht so weit, dasselbe ohne allen Unterschied als böse zu betrachten. Das Spielen ist erlaubt. Der Mensch kann es damit halten wie er will. Spricht sich nicht hierin die durchaus untergeordnete Stelle aus, welche das Spiel im menschlichen Leben einnimmt? Liegt nicht darin, daß es mit dem Wesen, mit der Idee des Menschen in keinem nothwendigen Zusammenhang steht und daß es eben darum auch kein würdiger Gegenstand ist für das ernste, auf die Idee des Menschen zurückgehende Nachdenken? Kommen wir aber bei dieser Ansicht vom Spiele nicht in Widerspruch mit den thatsächlichen Erscheinungen des gesitigen Lebens? ..."


Kostenfreier Link zu Google Books, voll digitalisiertes Buch, 340 Seiten, z.B. aus der Bayerischen Staatsbibliothek:
Schaller, Julius: "Das Spiel und die Spiele"

Inhaltliche Beschreibung und Kommentierung:
Hier auf ludologie.de: Schaller, Julius (1861): Das Spiel und die Spiele

Wikipedia:
Julius Schaller

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Scheuerl, Hans (1919-2004)

Deutscher Erziehungswissenschaftler

"Das Spiel - Untersuchungen über sein Wesen, seine pädagogischen Möglichkeiten und Grenzen" (1979)

Ausgabe vom Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 12. Auflage 1994, mit 251 Seiten

Inhalt

Einleitung: Problem und Methode

Erster Teil: Das Stand der Pädagogischen Praxis und der Forschung

A) Das Spiel in der pädagogischen Reformbewegung
1. Kunsterziehung und Erlebnispädagogik
2. Jugendbewegung
3. Berthold Otto und seine Nachfolger
4. Freie Waldorfschulen
5. Maria Montessori
6. Ovide Decroly und Jan Ligthart
7. Arbeitsschule und Landerziehung
8. Jena-Plan
9. Neue Beiträge
10. Zusammenfassung der für die Reformpädagogik wichtigsten Spielphänomene

B) Beiträge der Spieltheorien zur Wesensbestimmung des Spiels
1. Das Moment der Freiheit
2. Das Moment der inneren Unendlichkeit
3. Das Moment der Scheinhaftigkeit
4. Das Moment der Ambivalenz
5. Das Moment der Geschlossenheit
6. Das Moment der Gegenwärtigkeit
7. Die Natur des Spiels in der Sicht der Spieltheorien

Zweiter Teil: Phänomenologische Klärung

A) Der Sprachgebrauch als Wegweiser zur Wesensbestimmung des Spiels

B) Erscheinungsformen menschlichen Spiels
1. Gliederungsversuche
2. Bewegungsspiele
3. Leistungsspiele
4. Spiele mit Darstellungscharakter
5. Spiele mit Schaffenscharakter

C) Das Verhältnis von Lernen und Spielen
1. Das Lernen
2. Das Spielen-Lernen
3. Das Lernen im Spiel
4. Das spielende Lernen

Dritter Teil: Ergebnisse und Konsequenzen

A) Rückblick auf die phänomenologischen Ergebnisse

B) Pädagogische Konsequenzen
1. Das freie Spielen
2. Das gebundene Spiel
3. Das Experimentieren
4. Das Lernspiel
5. Die spielerische Einkleidung
6. Die Spielerei
7. Die Spielhaltung

Klappentext:
"Die Spannweite der Lebens- und Erfahrungsbereiche, in denen Spielerisches wahrgenommen und erlebt oder Spiele gespielt werden, ist groß. Umso faszinierender ist die Frage, ob all den Erscheinungen, die Spiel genannt werden, ein gemeinsamer Merkmalsbestand zukommt. Gibt es "das Spiel" überhaupt, in welchen Formen tritt es auf und welche pädagogischen Möglichkeiten und Grenzen ergeben sich daraus?"

Vorwort zur 9. Auflage, 1973:
"Das Spiel gehört zu den faszinierenden Erscheinungen unseres Lebens. Philosophen und Dichter, Verhaltensforscher, Pädagogen und Ärzte sind von ihm zu grundsätzlichen Betrachtungen wie zur sorgsamen Beobachtung, Beschreibung und fördernden Pflege seiner einzelnen Formen und Aspekte angeregt worden. Die Wege und Ergebnisse solcher generationenlangen Bemühungen sind vielfältig und oft nicht widerspruchsfrei. ... Offenbar handelt es sich beim Spiel um eine anthropolgische Grundgegebenheit aller Lebensstufen, Zeitalter und Völker.

In den letzten Jahren ziehen spielerische Verhaltensweisen immer mehr auch ein aktuelles sozial- und bildungspolitisches Interesse auf sich: Frühkindliche Sozialisation und Vorschulerziehung, Intelligenztraining und Erweiterung des sozialen Handlungsrepertoires, Förderung der Kreativität und des explorativen Verhaltens, Belebung von Phantasie und divergentem Denken, Rollen-Identifikation, Aufbau von Ich-Stärken und Emanzipation - diese Stichwörter stecken den Diskussionsraum ab. ...

Die Klärung der Frage, ob all den vielen Erscheinungen, die wir Spiel nennen, ein gemeinsamer Merkmalsbestand zukomme, ob also eine generelle "Theorie des Spiels" überhaupt einen identischen Gegenstand haben könne. Dies ist eine metawissenschaftliche, wenn man so will eine philosophische Frage. Ihre (theoretische) Dringlichkeit scheint mir bestätigt in Beiträgen, die mir damals noch nicht zugänglich waren: Etwa in dem Hinweis des Philosophen Ludwig Wittgenstein, daß wir wohl nur einer Verführung der Sprache verfielen, wenn wir Merkmale annähmen, die allen Spielen gemeinsam seien; es gebe nur Analogien zwischen einzelnen Gruppen von Spielen, "ein kompliziertes Netz von Ähnlichkeiten, die einander übergreifen und kreuzen". ...

Die Einheit des Gegenstandes einer generellen Theorie des Spiels könne eben nicht in einer einheitlichen Klasse von Verhaltensweisen oder einer besondern psychischen Erlebnisweise der beteiligten Spieler liegen, sondern sie sei zu suchen in der Identität der Strukturmerkmale des Spielgeschehens selbst als einer phänomenal identifierbaren Bewegungsgestalt. Zu dieser könnten die Spieler (psychologisch, soziologisch, historisch, medizinisch, biologisch usw. gesehen) ganz verschiedenartige Einstellungen und Haltungen einnehmen. Viele Kontroversen zwischen Einzeltheorien ließen sich von dieser Antwort her als Scheingegensätze zwischen Theoremen mit nicht übereinstimmenden Gegenständen aufklären. ..."

Einleitung: Probleme und Methode:
"Einen Betrag zu dieser phänomenologischen Klärung zu liefern, setzt sich die vorliegende Arbeit zum Ziel: 1. Was ist Spiel?, 2. In welchen Erscheinungsformen begegnet es uns?, 3. Welche Konsequenzen ergeben sich aus seinem reinen Sosein für die Pädagogik?"

 

"Theorien des Spiels" (1955)

Ausgabe des Beltz Verlages, Weinheim und Basel, 10. Auflage 1975, mit 222 Seiten

Inhaltsverzeichnis

Vorwort, Einführung

I. Pädagogische Theoreme der Aufklärungszeit
Einleitender Kommentar
1. John Locke: Rechtfertigung für das Nutzlose (1693)
2. Jean Jacques Rousseau: Spiel als zwanglose Natürlichkeit (1762)
3. Ernst Christian Trapp: Die Überlistung der Mühe durch das Angenehme (1787)
4. Johann Christian Friedrich GutsMuths: Belustigung, Erholung und Abwechslung als Reize des Spiels (1796)
5. Immanuel Kant: Interessen, Zwecke und Absichten bei Arbeit und Spiel (1798/1803)

II. Einsichten der Klassik und Romantik
Einleitender Kommentar
6. Friedrich Schiller: Spiel und Freiheit - der ästhetische Zustand (1793/1794)
7. Jean Paul: Phantasie und Spiel (1807)
8. Friedrich Schleiermacher: Moment und Zukunft im kindlichen Leben (1826)
9. Friedrich Fröbel: Spiel als höchste Stufe der Kindesentwicklung (1826)

III. Das Vordringen der Einzelwissenschaften
Einleitender Kommentar
10. Herbert Spencer: Spiele als Sekundärbetätigung bei Kraftüberschuß (1855)
11. Julius Schaller: Erscheinungsformen des Spiels (1861)
12. Moritz Lazarus: Sprachgebrauch und Spielbegriff (1883)
13. Karl Groos: Der Lebenswert des Spiels (1922)

IV. Die Vertiefung psychologischer und sozialwissenschaftlicher Gesichtspunkte
Einleitender Kommentar
14. Sigmund Freud: Deutung des Spiels eines anderthalbjährigen Knaben (1920)
15. Aloys Fischer: Die Souveränität des Subjektes im Spiel (1925)
16. Sergius Hessen: Anome, heteronome und autonome Aktivitäten (1926)
17. Karl Bühler: Funktionslust und Spiel (1927)
18. William Stern: Ernstspiel als Verhalten und Erlebnis (1929)
19. Jean Château: Askese, Selbstdisziplin und Ordnungsliebe im Kinderspiel (1946)
20. George Herbert Mead: Spiele und Spielen als Beiräge zur Genese des Ich (posthum 1956)
21. Brian Sutton-Smith: Konfliktsozialisierung im Spiel (1972)

V. Anthropologische Deutungs- und Ordnungsversuche
Einleitender Kommtar
22. Frederik J.J. Buytendijk: Die spielerische Dynamik (1933)
23. Johan Huizinga: Das Spielelement der Kultur (1938)
24. Gustav Bally: Vom Ursprung der Freiheit im Spiel (1945)
25. Roger Caillois: Definition und Einteilung der Spiele (1958)

VI. Pädagogische Bewertungen und Konsequenzen
Einleitender Kommentar
26. Erika Hoffmann: Spielpflege (1953)
27. Knut Dietrich: Sportspiel und Interaktion (1972)
28. Hans Scheuerl: Spiel - ein menschliches Grundverhalten? (1974)

Vorwort, 10. Auflage 1974:
"Das vorliegende Studienbuch ernthält Texte, deren größter Teil erstmals im Jahre 1955 in der Reihe "Kleine pädagogische Texte" als Heft 23 unter dem Titel "Beiträge zur Theorie des Spiels" vereinigt war. Damals war die Auswahl mit ihren Texten von 23 Autoren hervorgegangen aus dem in der Buchform nicht mitveröffentlichten Anhang meiner Dissertation von 1952, in dem die spieltheoretischen Ansätze von etwa 75 Verfassern aus der Zeit vom 18. Jahrhundert bis etwa um 1950 in Kurzreferaten dokumentiert waren. Die damalige Textsammlung hat dann innerhalb von 15 Jahren nun unveränderte Auflagen erlebt und war für etwa zwei Jahrzehnte nahezu die einzige thematische Anthologie in der deutschsprachigen Fachliteratur zu unserem Problemkreis."


Wikipedia:

Hans Scheuerl (1919-2004)

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Sutton-Smith, Brian (1924-2015)

Amerikanischer Spieltheoretiker, Pädagoge, Psychologe

"Die Dialektik des Spiels - Eine Theorie des Spielens, der Spiele und des Sports" (1978)

Ausgabe vom Karl Hofmann Verlag, Schorndorf, 1978, mit 236 Seiten:

Inhalt

Vorwort
Einführung

1. Die Voraussetzungen des Spiels
1.1 Biologische Voraussetzungen
1.2 Kulturelle Voraussetzungen
1.2.1 Sitten
1.2.2 Kulturelle Komplexität
1.2.3 Kindererziehung
1.3 Psychologische Voraussetzungen
1.3.1 Kindererziehung
1.3.2 Prägung durch ein Modell
1.3.3 Stimulusbeherrschung
1.3.4 Situationsbeherrschung
1.3.5 Sozialer Einfluß
1.3.6 Spielsignale

2. Die Struktur des Spiels
2.1 Intrinsische Motivation
2.2 Spiel als Abstraktion und Variation
2.3 Spiel als Umkehrung
2.4 Spiel als Belebung und Vergnügen
2.5 Spiel als Dialektik

3. Die Funktion des Spiels
3.1 Arbeitsethisch orientierte Spieltheorien
3.2 Sozialisationstheorie
3.2.1 Spiel
3.2.2 Spiele
3.2.3 Sport
3.3 Neue Forschungsergebnisse über Neuartigkeit
3.4 Spiel als Erweiterung des adaptiven Verhaltenspotentials
3.5 Der Transfer möglichgewordener Reaktionen

4. Schlußfolgerungen und Implikationen

5. Einzelbeiträge zur Theorie des Spiels
5.1 Grundzüge einer kulturantropologischen Betrachtung des Spiels
5.2 Spiele, Spielen und Kontrollen
5.3 Geschlechtsunterschiede in Spiel und Macht
5.4 Spiele der Ordnung und Unordnung
5.5 Eine entwicklungsstrukturelle und spieltheoretische Betrachtung von Rätseln
5.6 Ein strukturelle Grammatik der Spiele und des Sports
5.7 Beleben und Wiederbeleben
5.8 Spiel und Kunst unter entwicklungspsychologischen Gesichtspunkten
5.9 Spiel, Kreativität und Bewegung

Klappentext:
"Die Struktuen von Spiel und Spielen sind, so versucht dieses Buch zu zeigen, dialektischer Natur. Sie stellen eine Synthese von in der Realität zunächst gegensätzlichen Tendenzen dar, die durch das Spiel eine neue Form erhalten. Anstieg und Verminderung von schwer erträglichen oder unkontrollierbaren Spannungen, die im Spiel verarbeitet werden, führen zur Beherrschung neuer Fähigkeiten oder Situationen durch den Spieler. Das Spiel und die Spiele selbst stehen als neue kulturelle Formen in gewissem Gegensatz zu der Welt, aus der sie entstanden sind. Auch aus dieser Spannung heraus kann sich eine neue Synthese bilden, die dazu führt, das Neuerungen des Spiels in die Realität aufgenommen werden. Das Spiel sozialisiert und innoviert zugleich; es führt in vorherrschende kulturelle Werte ein und führt zugleich zu neuen, herrschenden Normen gleichsam überspringend. Der Spielplatz ist in diesem Sinne ein Wunder an sozialer Ordnung. Das Buch belegt diesen dialektischen Ansatz anhand der psychologischen und anthropologischen Literatur über Spiel, Spiele und Sport ebenso wie durch eine Reihe eigener Forschungen."

Inhaltliche Beschreibung und Kommentierung:
Hier auf ludololgie.de: Brian Sutton-Smith (1924-2015)

Wikipedia (en):
Brian Sutton Smith

The Strong! National Museum of Play, Rochester, New York,
Library: Brian Sutton Smith

 

"The Ambiguity of Play" (1997)

Ausgabe Harvard University Press, 1997, mit 276 Seiten, englischsprachige Ausgabe, die bisher leider nicht ins Deutsche übersetzt wurde:

 

Preface
Acknowledgments
1. Play and Ambiguity
2. Rhetorics of Animal Progress
3. Rhetorics of Child Play
4. Rhetorics of Fate
5. Rhetorics of Power
6. Rhetorics of Identity
7. Child Power and Identity
8. Rhetorics of the Imaginary
9. Child Phantasmagoria
10. Rhetorics of Self
11. Rhetorics of Frivolity
12. Conclusion

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