Skip to main content

Ludologische Analysen

Taktikanalyse im Fußballspiel
Taktikanalyse im Fußballspiel

Das Institut für Ludologie bietet Ihrem Unternehmen Analyseworkshops zur strategischen Reflexion und Identifizierung von Konfliktursachen. Dabei kommt der eigens entwickelte ludologische Analysekompass zum Einsatz.

 

Der Analysekompass knüpft direkt an den drei Veränderungsebenen Verhalten, Wissen und Kultur an und bietet verschiedenen Analyse-Tools für die ganzheitliche Reflexion und individuelle Gestaltung von effektiven Organisationsrahmen und -abläufen. Organisationsdesigner oder Führungsverantwortliche können den Kompass nutzen, um bspw. kritische Spannungen und Problemfelder innerhalb der Organisation zu identifizieren, strategische Ausrichtungen zu justieren oder Veränderungsprozesse zu initiieren und zu unterstützen.

 

Analyse der Spielkultur

Auf der Kulturebene verbindet die “Analyse der Spielkultur” die klassische Kulturanalyse mit spielspezifischen Merkmalen. Spielmerkmale wie Freiheit und Freiwilligkeit, Ambivalenz und Spannung, Wiederholbarkeit, Sinnhaltigkeit, Nichtalltäglichkeit, Zweckfreiheit oder Symbolhandeln machen Spiele zu dem was sie sind - autotelische Erfahrungen: Im Spiel verfolgt der Spieler keinen über das Spiel hinausgehenden Zweck. Seine Handlungen sind daher von reiner Eigenmotivation getrieben; die Belohnung liegt in der Spielerfahrung an sich. Aus dem Abgleich der Organisationskultur mit Spielmerkmalen ergeben sich neuartige Reflexionspotentiale. Durch das Hinterfragen und Justieren des kulturellen Verständnisses einer Organisation können Wertvorstellungen, organisationales Selbstbild und Zielvorstellungen in Einklang gebracht werden, wodurch Führungsverantwortliche neuen Handlungsspielraum gewinnen.  

 

Analyse des Spielsystems

Die Reflexion der Wissensebene rückt den Mitarbeiter als wichtigste Ressource ins Zentrum der Analyse und zielt darauf ab, eine „Spielbegegnung“ (gaming encounter) zu kreieren, die eine größtmögliche Kongruenz zu den „psycho-ludischen“ Profilen der Spieler (Mitarbeiter) aufweist. Das Framework der Spielsystemanalyse stützt sich auf die MDA Game Design Methodologie von Hunicke et al. (2004) sowie der Rapid Analysis Methods von Järvinen (2008), welche versuchen, die Perspektive des Designers mit der des Spielers in dem Konzept der Spielerfahrung zu vereinen. Nach diesem Verständnis ist das Designen von Spielen eine Herausforderung zweiter Ordnung, da der Game Designer zwar durch den Einsatz gezielter Elemente (z.B. Komponenten, Mechaniken, Regeln) die Struktur des Spiels direkt bestimmen kann, die Ästhetik der Spielerfahrung sich aber erst indirekt aus den dynamische Eigenschaften des emergenten Spielsystems ergibt. Das ludologische Organisationsdesign überträgt diese spielwissenschaftliche Systemperspektive (vgl. Salen & Zimmermann, S. 159-234) auf die Herausforderung, eine funktionierende, erfundene Ordnung in Form eines Unternehmens zu erschaffen. An die Analyse schließt sich ein iterativer Prozess an, in dem der Manager die Organisationselemente so konfiguriert, dass sich aus der Systemstruktur beabsichtigte Dynamiken ergeben können. Diese Dynamiken werden vom Mitarbeiter innerhalb der Begegnung mit dem System (Spielerfahrung) in Abhängigkeit seines psycho-ludischen Motivationsprofils wahrgenommen. Ziel dieses ludologischen Systemdesigns ist es dabei, die Organisation so zu gestalten, dass die Ästhetik der Systemerfahrung Emotionen hervorruft, die Mitarbeiter zu gewünschtem Verhalten motiviert.

 

Analyse des Spielverhaltens

Das Spiel stellt eine besondere Form intrinsisch motivierten Verhaltens dar, die im augenscheinlichen Kontrast zu den meisten Herausforderung steht, vor die uns das gesellschaftliche Leben und die Arbeitswelt der heutigen Zeit stellen. Spielen ist „harte, befriedigende Arbeit“ (vgl. McGonigal 2012). Dabei ist es eine harmonierende Kombination spielspezifischer Merkmale und Mechanismen, die dem Spieler ein Gefühl konzentrierter, produktiver Begeisterung (“Flow”) verleihen kann. Die “Analyse des Spielverhaltens” macht sich die verhaltenspsychologischen Besonderheiten des Spiels zunutze, um Interaktionen und Transaktionen innerhalb Organisationen gezielt zu lenken. Die ludolgische Verhaltensanalyse geht dabei über die simple “Punktifizierung” (Punkte, Auszeichnungen, Bestenlisten) hinaus und beschreitet einen ganzheitlichen Gamification-Ansatz, der auf das breite Spektrum grundlegender menschlicher Antriebe und Bedürfnisse fokussiert. Mithilfe sinnvoll eingesetzter Spielmechaniken kann das Gefühl von Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit gestärkt werden, was sich wiederum positiv auf Motivation, Engagement und Identifikation der Akteure mit Ihrer Organisation auswirkt.