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Spiel-Genres

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Da auch Spiele mit Fantasie zu tun haben, ist es auch hier schwierig die genauen Grenzen dafür abzustecken. Eine allgemeingültige, wissenschaftliche Abgrenzung der einzelnen Spiel-Genres wird man schwer finden. In der Welt der Spiele gibt es jedoch viele Möglichkeiten, diese in die unterschiedlichsten Genres einzuteilen bzw. zu clustern. Grob kann man Spiele in analoge und digitale Spiele unterteilen. Analoge Spiele sind zum Beispiel Brettspiele (physisch) und digitale Spiele Computerspiele und Mobile Games.

Eine grundsätzliche Unterscheidung kann zunächst anhand thematischer Grundtypen vorgenommen werden. So gibt es zum Beispiel Action-, Adventure-, Denk-, Jump´n´Run-, Gesellschafts-, Rollen-, Sport-, Strategie-Spiele, Shooter und Simulation.

2. Eine ebenso grobe Unterscheidung bildet die Art der Plattform des Spiels. Ist es ein Gesellschaftsspiel, ein Computerspiel, Online-Spiel, Mobile Game, Social Game, Virtual Reality-Game oder weitere. Dabei ist der ausschlaggebende Punkt die Art der Plattform. Findet zum Beispiel das Spiel auf dem Smartphone, Computer oder in Unterstützung anderer technischer Geräte statt.

3. Eine detaillierte Beschreibung der Merkmale eines Spiels kann anhand des Game Designs vorgenommen werden. Ein Modell hierzu ist das MDA-Framework - (Mechanics, Dynamics, Aesthetics) von Hunicke et al. (2004). Nach diesem Verständnis ist das Designen von Spielen eine Herausforderung zweiter Ordnung, da der Game Designer zwar durch den Einsatz gezielter Elemente (z.B. Komponenten, Mechaniken, Regeln) die Struktur des Spiels direkt bestimmen kann, die Ästhetik der Spielerfahrung sich aber erst indirekt aus den dynamische Eigenschaften des emergenten Spielsystems ergibt. Der Begriff “Ästhetik” steht dabei für die zugrunde liegende Emotion, welche überhaupt erst dazu geführt hat, dass das Spiel vom Spieler ausgewählt wurde. Hunicke et al. erkannten die folgenden acht Ästhetiken als grundlegende emotionale Beweggründe, ein Spiel zu spielen:

1. Sensation: Spiel zum Verwöhnen der Sinne.

2. Fantasy: Spiel mit surrealen Elementen.

3. Narrative: Geschichte verkörperndes Spiel.

4. Challenge: Spiel, bei dem Hindernisse überwunden werden müssen.

5. Fellowship: Spiel unter sozialen Aspekten.

6. Discovery: Spiel auf unerforschtem Land.

7. Expression: Spiel zur Selbstfindung.

8. Submission: Spiel zum Zeitvertreib.

Die Ästhetik stellt die “äußere” Schicht (shell) des Spiels dar und die Mechanik bildet den Kern des Spiels. Die Ästhetik spiegelt damit die Sichtweise des Spielers wieder und die Mechanik ist die konkrete Umsetzung des Spiels durch den Entwickler - die Dynamik stellt das Bindeglied mit einer hybriden Sichtweise dar. Zum Beispiel wird das Element “Challenge” (4.) durch Zeitdruck oder einen gegnerischen Spieler zustande.

Bei der Unterteilung nach dem Game Design spielt die Sichtweise des Spielers eine zentrale Rolle. Je nach Spieler gibt es verschiedene Spielinteressen bzw. Spielertypen. Bei der Zuordnung eines Spiels in ein bestimmtes Genre entstehen sehr viele Mischformen und Unterkategorien. Schlussendlich entscheidend ist dabei, was der Spieler erleben will und welche Spielmotivation ihn leitet.

Literatur

Hunicke, R., LeBlanc, M., & Zubek, R. (2004): MDA - A formal approach to game design and game research. In Proceedings of the AAAI Workshop on Challenges in Game AI (Vol. 4, p. 1).